Wissenschaft

Alterssimulationsanzug Geriatrie

Seit 1991 beschäftigt sich das Meyer-Hentschel Institut mit der Entwicklung von Alterserforschungsanzügen. Im Frühjahr 1994 stellte das Institut seinen ersten Altersanzug vor. Vorangegangen war eine vierjährige Entwicklungszeit mit Erprobung einer Vielzahl von Prototypen. Grundlage der Altersanzüge sind eigene Forschungsprojekte seit 1985, Forschungsergebnisse internationaler Universitäten sowie die laufende Beobachtung interdisziplinärer Erkenntnisse aus Gerontologie, Geriatrie, Ergonomie, Physiologie, Medizintechnik usw. Unsere Altersanzüge sind ethische Instrumente mit medizinischer und verhaltenswissenschaftlicher Fundierung (ISO 20282). Die Anzüge werden ständig weiterentwickelt.

Unsere Alterserforschungsanzüge bieten jüngeren Menschen die Möglichkeit, innerhalb weniger Minuten in die Wahrnehmungs- und Erfahrungswelt älterer Menschen einzutauchen. Die Anzüge lassen in eindrucksvoller Weise veränderte Fähigkeiten des Alters erleben: nachlassendes Hörvermögen, Alterssichtigkeit, Veränderungen des Farbensehens, nachlassende Kraft und Beweglichkeit. Gehördämpfer vermitteln den Eindruck von Altersschwerhörigkeit, ein Spezialvisier simuliert mögliche Veränderungen des Farbensehens und des Blickfeldes im Alter sowie nachlassende Sehschärfe im Nahbereich. Handschuhe verringern u.a. die Fingerfertigkeit und lassen die Kräfte in den Händen schwinden. Im Anzug eingenähte Gewichte geben einen guten Eindruck nachlassender Ausdauer, Bandagen bzw. Schienen schränken die Beweglichkeit der Gelenke ein.

___________________________________

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl
Universität Heidelberg, Psychologische Alternsforschung

“Der AgeMan vermittelt Jüngeren die körperlichen Veränderungen im Alter gut und eindrucksvoll.”
(Foto: psychologie.uni-heidelberg.de)

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________

Unsere Alterserforschungsanzüge werden seit über 20 Jahren erfolgreich eingesetzt und verfügen über sehr grosse Praxiserfahrung. Bis jetzt haben über 21’000 Mitarbeiter innovativer Einrichtungen und Unternehmen an Schulungen und Workshops teilgenommen.

95% der Teilnehmer erleben die Erfahrung mit unseren Altersanzügen als „Anstoß zum Umdenken“ über ihr eigenes Altern und über ihren Umgang mit älteren Menschen sowie über die Prozesse bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen für ältere Menschen.
Besonders aktiv sind folgende Branchen: Altenpflege, Automobil, Banken, Gesundheit, Handel, Sanitär, Verpackungen, Verkehrsunternehmen (ÖPNV, Flughäfen, Reiseveranstalter).

Viele Wissenschafts-Sendungen haben schon über unsere Altersanzüge berichtet, u.a. Planetopia, Quarks & Co, Welt der Wunder, Einstein (Schweizer Fernsehen), SuperQuark (RAI Uno), e = m6 (France 2 )

Unser Entwicklerteam steht in regem Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit Institutionen der Gerontologie und Geriatrie. Lehr- und Forschungskooperationen bestehen u.a. mit der Charité, Berlin, der Marienhaus Kranken- und Pflegegesellschaft mbH, Waldbreitbach sowie der Johanniter-Akademie, Münster.

___________________________________

Dr. med. Rahel Eckardt

Dr. med. Rahel Eckardt
Lehrkoordinatorin Geriatrie, Forschungsgruppe Geriatrie an der Charité
Universitätsmedizin Berlin

„In ihrem späteren Arbeitsleben werden angehende Medizinerinnen und Mediziner mit immer mehr älteren Patienten konfrontiert sein. Vom Alterserforschungsanzug erhoffen wir uns eine Sensibilisierung der Studierenden für die Lebenswelt älterer Menschen.“
(Foto: http://www.egzb.de)

                                                                                    ____________________________________

___________________________________

Univ.-Prof. Dr. med. Ralf-Joachim Schulz

Prof. Dr. med. Ralf-Joachim Schulz, Geriatrische Rehabilitationsklinik am St. Marien-Hospital Köln:

„Wir folgen an der Universität in Köln neuen Ausbildungskonzepten bei den Medizinstudenten und versuchen den angehenden Ärzten näher zu bringen, dass man in absehbarer Zeit mit Patienten zu tun hat, deren körperliche Fähigkeiten deutlich eingeschränkt sind. “
(Foto: http://www.dggeriatrie.de)

 

___________________________________

Prof. Dr. med. Ralf-Joachim Schulz

Prof. Dr. med. Ralf-Joachim Schulz: “Wenn man jung ist, ist alles immer kein Problem, man muss sich aber auch als junger Arzt in die Rolle von betagten Menschen hineinversetzen können.“ (Quelle: WDR, Mittwochs live, 15.12.10)