Demenz trifft Alterssimulationsanzug

Demenz Alterssimulationsanzug

Am 19. September 2019 trafen in Bernkastel Demenz und Alterssimulationsanzug aufeinander. Konkret: Sophie Rosentreter, die bekannte Demenzexpertin, hielt einen ihrer mitreissenden Vorträge. Dr. Gundolf Meyer-Hentschel, der Erfinder des Alterssimulationsanzugs, präsentierte seinen Altersanzug AgeMan. Beide kannten sich aus den Medien, waren allerdings noch nie persönlich zusammengetroffen.

Treffpunkt war das Tagungszentrum “Güterhalle” in Bernkastel. Anlass war eine Veranstaltung der Verbundklinik Bernkastel/ Wittlich zum Weltalzheimertag. Mit Sophie Rosentreter und Dr. Gundolf Meyer-Hentschel hatte die Klinik zwei Personen verpflichtet, die seit vielen Jahren wichtige Beiträge zum respektvollen Umgang mit alten und sehr alten Menschen leisten.

Demenz und Alterssimulationsanzug – eine gute Kombination

Für die Teilnehmer der Veranstaltung hatte diese Kombination einen hohen Nutzen. Sophie Rosentreter vermittelte in einem grossartigen Vortrag viele Facetten von Demenz. Gundolf Meyer-Hentschel vermittelte den Teilnehmern mit dem Alterssimulationsanzug AgeMan eine nachhaltige Selbsterfahrung des hohen Alters.

Demenz – Sophie Rosentreter’s Mission

Sophie Rosentreter, die sich selbst als Demenzaktivistin bezeichnet, will das Thema Demenz in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken. Sie will aufrütteln, Mut machen und setzt positive Impulse in viele Richtungen: Pflegepersonal, Angehörige und Menschen, die dementiell verändert sind.

Alterssimulation – Gundolf Meyer-Hentschel’s Mission

Dr. Gundolf Meyer-Hentschel, der 1994 den Alterssimulationsanzug erfunden hat, will mit seinen Anzügen Brücken schlagen zwischen Jung und Alt. Junge Menschen sollen durch seine Alterssimulationsanzüge AgeMan und AgeExplorer am eigenen Körper erfahren können, welche Beschwernisse viele Ältere jeden Tag zu bewältigen haben.

Durch diese Selbsterfahrung Alter steigen Verständnis und Respekt für ältere Menschen. Das eigene Verhalten verändert sich, grössere Geduld und mehr Empathie werden möglich.

Die Alterssimulationsanzüge AgeExplorer® und AgeMan® werden in vielen Fortbildungen für Pflegekräfte eingesetzt. Schulen, Kliniken und Altenpflegeinstitutionen können den AgeMan auch kaufen und dauerhaft einsetzen.

Sophie Rosentreter testet Alterssimulationsanzug AgeMan

Keine Frage, dass Sophie Rosentreter den AgeMan® testen wollte. Auch Simulationsbrillen für Seheinschränkungen und der AgeMan Tremor-Simulator standen auf dem Testprogramm.

Demenz Alterssimulationsanzug

Simulationsbrillen können helfen, sehbehinderte Menschen besser zu verstehen

Simulationsbrillen

Simulationsbrillen
Altenpfleger Daniel Drungels erlebt mit einer AgeMan Simulationsbrille Grauen Star: “Verstörend, aber lehrreich.” (Foto: Daniel Drungels)

In Deutschland sind aktuell rund 1,5 Millionen ältere Menschen (65 plus) durch Augenerkrankungen sehbehindert. Dies ergibt sich aus Studiendaten der Universitätsmedizin Mainz, die am 26. April 2019 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurden.

Im Gegensatz zu Einschränkungen der Beweglichkeit, die schnell zu erkennen sind, bleiben Seheinschränkungen für die Mitmenschen oft verborgen. Dies kann dazu führen, dass Menschen mit Seheinschränkungen nicht das richtige Verständnis finden. Dies gilt vor allem für Kliniken, Alten- und Pflegeheime. Hier ist ein besonders hoher Anteil der Patienten und Bewohner sehbehindert.

Zur Sensibilisierung und zur Fortbildung von Pflegefachkräften werden deshalb immer häufiger Simulationsbrillen eingesetzt, die Augenerkrankungen simulieren. Auf diese Weise können sich die Pflegekräfte besser in die Situation sehbehinderter Bewohner und Patienten einfühlen.

Der Münsteraner Altenpfleger Daniel Drungels hat sich einem solchen Experiment unterzogen. Einen Tag lang wanderte er als alter Mensch mit Grauem Star (Katarakt) durch Münster.

Sein Fazit:
“Ich habe mir diese Brille aufgesetzt, und die Welt vor meinen Augen verschwamm zu einem einzigen Brei. Ich kann sagen, dass das wirklich eine sehr lehrreiche Erfahrung war. Verstörend, aber lehrreich. Ich glaube, ich hab’ jetzt so’n bisschen besseres Gefühl dafür bekommen, womit sich die alten sehbehinderten Menschen bei mir auf der Arbeit täglich rumschlagen müssen.”

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