So will das Klinikum Nürnberg die Abbrecherquote bei Pflegeschülern senken

agefactss Profilbild

Sozialpädagogin Ute Dexl, gelernte Krankenschwester, will verhindern, dass Pflegeschüler aufgeben. Die Abbrecherquote in der Pflegeausbildung liegt bei fast 30 Prozent. Allein 71 Pflegeschüler haben 2019 am Klinikum Nürnberg die Ausbildung abgebrochen. Aus diesem Grund hat das Krankenhaus eine Ansprechpartnerin für die Sorgen der Schüler etabliert, die selbst vom Fach ist.

Ute Dexl gibt Beispiele ihrer Arbeit

•  Beim Umzug einer Schülerin unterstützte ich durch die Beantragung einer Spende, Informationen über die Angebote von Gebrauchtmöbel in caritativen Einrichtungen, beim Ausfüllen diverser Formulare für Ämter und Behörden.

•  Bei einer alleinerziehenden Mutter stellte ich Kontakt zu einer Einrichtung her, die ehrenamtliche Familienpatenschaften zur Entlastung bei der Kinderbetreuung vermittelt.

•  Für einen Schüler, der in einer Asylbewerberunterkunft lebt und sich das Zimmer mit einem Mitbewohner teilen muss, der ihn beim Lernen und Schlafen stört, habe ich ein Schreiben erstellt mit der Bitte, dass dem Schüler ein Zimmer, in dem er in Ruhe lernen kann zur Verfügung gestellt wird.

•  Bei Schwierigkeiten einzelner Schüler*innen mit hohen Fehlzeiten und/oder Pünktlichkeit haben wir die Ursachen, die es dafür gibt, gesucht und versucht Lösungsstrategien zu finden.

•  Auf die persönlichen Probleme möchte ich nicht genauer eingehen, da diese der Schweigepflicht unterliegen. In diesem Bereich gab es einige Kontakte die im nächsten Jahr noch fortgeführt werden. Teilweise fand auch eine Vermittlung zu speziellen Beratungsstellen und/oder Fachärzt*innen statt.

Des Weiteren nehme ich an einer Arbeitsgruppe mit Praxisanleiter*innen zu Verbesserung der praktischen Ausbildung teil.

Zur Frage ob die Stelle über Drittmittel finanziert wird:
Die Stelle wird vom Klinikum Nürnberg finanziert, es gibt keine Drittmittel dafür.

Mit freundlichen Grüßen aus Nürnberg
Ute Dexl

Krankenkassen blockieren Lohnerhöhung für Pflegekräfte

Krankenkassen blockieren Lohnerhöhung für Pflegekräfte

Das regt mich gerade richtig auf.

Da einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter auf eine Lohnerhöhung. Und die Krankenkassen weigern sich, diese Lohnerhöhung in den Pflegesatz zu übernehmen.

Die Bremer Wohlfahrtsverbände haben Verhandlungen über höhere Pflegesätze mit den Kassen für gescheitert erklärt. Ein Schiedsverfahren soll nun eine Einigung herbeiführen.

Die LAG fordert 6,8 Prozent mehr Geld. Die Kranken- und Pflegekassen wollen nur 4,76 Prozent mehr Lohn refinanzieren.

Im Mai hatten die Wohlfahrtsverbände den Bremer Pflegetarifvertrag neu mit Verdi verhandelt und Tariferhöhungen für die ambulante Pflege beschlossen. Die Lohnerhöhungen sollten zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Übernehmen die Kassen die verhandelten Erhöhungen nicht, bleiben die Pflegedienste auf den Kosten sitzen. Doch einige Pflegedienste schrieben jetzt schon rote Zahlen, sagt Arnold Knigge, Vorstandssprecher der LAG.

Quelle: wohlfahrtintern.de


Wertschätzung für Mitarbeiter lohnt sich

Frohe Weihnachten

Liebe Einrichtungsleitungen, Pflegemanager, Pflegedienstleitungen

An Weihnachten können Sie zeigen, wie sehr Sie Ihr Personal schätzen. Gehen Sie für ein paar Stunden in Ihr Haus. Und packen Sie selbst mit an.

Vorbild sein, mitmachen, Wertschätzung zeigen!
Wenn nicht an Weihnachten, wann dann?

– Gundolf Meyer-Hentschel @agefacts | AgeExplorer.com

Warum das Sinn macht?

Der wichtigsten Menschen in der Altenpflege sind die Mitarbeiter in der Pflege, dann erst die Bewohner und dann die Investoren. Warum? Die Mitarbeiter sind die Leistungserbringer am Bewohner. Sie sind verantwortlich für die Qualität, für die Stimmung im Haus, für das Image des Unternehmens. Sie sind eine knappe Ressource und der größte Kostenblock. Einem Controller fallen beim Thema Kostenblock Dinge ein wie: Löhne niedrig halten, nicht zu viele Sozialleistungen usw. Ein Unternehmer denkt anders. Der größte Kostenblick ist fast immer auch das wertvollste Asset eines Unternehmens. Also muss man dafür sorgen, dass man für diese Kosten einen maximalen Output bekommt. Ein Hochofen, der verschlackt, wird gereinigt. Ein Mitarbeiter mit burn out ist ein lästiger Störfall. Mit diesem Denken kann man kein Unternehmen führen.

Solche Überlegungen – den Mitarbeiter noch vor die Kunden und die Investoren zu setzen – sind relativ neu. Ihr prominentester Vertreter ist Richard Branson, der Gründer der Virgin Group, einem Dienstleistungskonzern u.a. mit Fluglinien, Bahnlinien und Hotels. Sein Vermögen beläuft sich aktuell auf rund 5 Mrd. USD. Er ist also ein handfester Unternehmer und kein Sozialromantiker. Branson hat erkannt, dass nachhaltiges Management in Dienstleistungsunternehmen nur über Fokussierung auf die Mitarbeiter möglich ist.

Vorschlag: Fangen Sie einfach mal an. Und wenn nicht an Weihnachten, wann dann?


Adipositas kann Demenz fördern

Dick mit 50, dement mit 80

Dick mit 50, dement mit 80. Dies ist ein aktuelles Ergebnis der britischen  «Million Women Study» und scheint zumindest für Frauen zu gelten. Für Männer wurde der Zusammenhang noch nicht untersucht.

Der Mechanismus:

Adipositas fördert die Entwicklung einer Athero­sklerose. Die Verkalkung der zerebralen Arterien verschlechtert die Hirndurchblutung, was wiederum die Entwicklung von degenerativen Hirnerkrankungen fördert, zu deren Symptomen häufig eine Demenz gehört.

Quelle: https://t1p.de/Adipositas-Demenz