Das Befüllen der Waschmaschine wird zum Kraftakt

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BILD-Reporter (33) testet Waschmaschine mit dem AgeMan.

Waschmaschine Alterssimulationsanzug Ageman

Test Waschmaschine: Der „Age Suit“ sieht aus wie ein Raumanzug. Man reist damit aber nicht ins All, sondern in die eigene Zukunft als Rentner. Foto: Markus Hannich

Eine banale Sache wie das Befüllen der Waschmaschine wird zum Kraftakt. Der Rücken schmerzt, die Knie auch und meinen Nacken kann ich kaum mehr bewegen. Ich fühle mich wie 80 – dabei bin ich erst 33.

Bild Alterssimulationsanzug Ageman

Nach einer Stunde als Opa ist die Zeitreise beendet. Foto: Markus Hannich

Schuld an meinem Dilemma ist ein sogenannter „Age Suit“, ein Alters-Anzug, der mich einige Jahrzehnte altern lässt. Knapp 20 Kilo mehr habe ich zu schleppen. Knie- und Armgelenke sind durch Bandagen eingeschränkt. Ich trage eine Halskrause, kann meinen Kopf also nur noch minimal drehen. Die Handschuhe sorgen dafür, dass ich nicht mehr richtig zugreifen kann. Durch den Helm, dessen Sichtfenster mit oranger Folie beklebt ist, kann ich andere Farben kaum erkennen. Und dank Ohrschonern fühle ich mich ziemlich schwerhörig.

Waschmaschine Alterssimulationsanzug AgeMan

Im Labor der „BSH Haus- geräte“ werden Erfahrungen gesammelt, um die Geräte an die Anforderungen auch der älteren Kunden anzupassen. Foto: Markus Hannich

„Der Anzug macht Sie etwa 50 Jahre älter“, sagt mir Ingo Pietsch im User-Experience-Labor der BSH-Hausgeräte in München-Neuperlach. Unter anderem werden hier Kühlschränke, Kaffee- und Waschmaschinen von Probanden auf ihre Benutzerfreundlichkeit getestet. „Der ‚Age Suit‘ hilft unseren Entwicklern, sich relativ schnell in die Alltagssituation älterer Menschen zu versetzen“, erklärt Pietsch.

Diesmal müssen sich nicht die Entwickler in den Anzug quetschen, sondern ich, der BILD-Reporter. Nicht nur körperlich eine Herausforderung, sondern auch für den Kopf. „Ihr Gehirn arbeitet auf Hochtouren, um die gedämpften Sinneseindrücke zu kompensieren“, erklärt Psychologe Henning Brau.

Alterssimulationsanzug Ageman Waschmaschine Kühlschrank

Als etwa 80-Jähriger das oberste Fach des Kühlschranks zu erreichen ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Foto: Markus Hannich

Eine Stunde lang trage ich den Anzug und muss verschiedene Aufgaben erledigen: Eier in den Kühlschrank legen, Espresso kochen, die Waschmaschine einräumen. Jede Bewegung ist anstrengend, ich muss mich mit abstützen, um nicht umzufallen und bekomme kaum mehr Luft.

Nach etwa einer Stunde ist die Tortur vorüber. Entkräftet und verschwitzt entledige ich mich dem Ungetüm. Endlich wieder 33!

Quelle: http://www.bild.de/bild-plus/regional/muenchen/bild-reporter/bild-reporter-testet-den-age-suit-47255324,view=conversionToLogin.bild.html

Bosch erforscht den Kunden

Im Körper der Verbraucher

BSH

Wie fühlt, sieht und erlebt der Kunde ein Produkt? Die richtige Antwort ist für Firmen im boomenden Hausgerätemarkt geschäftsentscheidend. Die Bosch-Gruppe leistet sich dafür sogar eigene Forschungslabors.

Hausgeräte BSH

„Wir müssen herausfinden, was der Konsument wirklich will“, sagt Ingo Pietsch, Leiter des User-Experience-Labors der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH.

Der größte Hausgerätehersteller Europas will sich damit in seine Kunden hineinfühlen, will wissen, was sie über Kaffeevollautomaten, Kühlschränke oder Waschmaschine denken, wie sie ihre Marken Bosch, Siemens, Neff oder Gaggenau erleben. Und sei es mit dem Körper eines 75-jährigen Verbrauchers, der für die altersgerechte Bedienung gerne etwas von seiner Rente abzwacken würde. User Experience heißt einer der größten Branchentrends, was man mit Nutzerlebnis übersetzen kann. Wem es gelingt, Produkte ganz aus Kundensicht zu produzieren, zu vertreiben und zu warten, wird mit das beste Geschäft machen.

Deshalb leistet sich BSH in der Münchner Zentrale sogar eigene Innovationslabors, die in diesem Jahr neu eröffnet wurden. „Wir müssen herausfinden, was der Konsument wirklich will“, sagt Ingo Pietsch, Leiter des User-Experience-Labors. „Wir brauchen den Mehrwert, für den der Kunde zahlt.“

Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.print.705d1dd5-78d7-458d-8e3a-fd0d70d9ed21.presentation.print.v2.html